Über die Anfänge meines kreativen Lebens

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Einen kreativen Beruf auszuüben hat zahlreiche Vorteile. Man kann sich selbst ausdrücken, mit den Mitteln die man sich selbst angeeignet hat – denkt man.
Doch schon in der frühen Zeit meines Studiums wurde ich eines Besseren belehrt.
Egal was man macht, egal was man sagt und egal in welcher Art und Weise man sich versucht auszudrücken und sich selbst zu finden, es steht immer ein urteilendes Wort hinter jedem kreativen Schaffen.

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The privilege of choice

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“Wir leben hier auf dem Sahnehäubchen der Torte. Nichtmal das, wir sind die Spiegelung auf der Kirsche auf dem Sahnehäubchen. Die meisten wissen nicht einmal, wie froh sie sein können, hier geboren zu sein.”

Ich habe das unglaubliche Glück, von Personen unterrichtet zu werden, die solche Dinge sagen. Dinge, die mich oft nachdenklich machen oder inspirieren. Und Inspiration ist tatsächlich das höchste Gut für mich. Alleine so etwas sagen zu können, das ist schon Luxus.
Und Glück habe ich auch, dass ich hier geboren bin, auch wenn ich das oft vergesse und mich über Dinge beschwere. Für uns ist das alles so selbstverständlich, dass wir sogar manchmal gar nicht darüber nachdenken, wie anders alles sein könnte.
Dass manche Menschen in eine Kaste hineingeboren werden und aus dieser kaum wieder herauskommen, dass manche Kinder mit einer AK, die fast so groß ist wie sie selbst, herumlaufen müssen um sich zu schützen, oder dass manche Frauen (ältere) Männer (aus anderen Kulturen) heiraten müssen, um sich und ihr Kind durchzubringen. So etwas in seiner offensichtlichsten Form habe ich heute beobachtet und es spukt mir noch immer im Kopf herum.
Denn während wir uns hier beklagen, wenn es mal eine Weile schwierig in einer Beziehung läuft oder man nicht schnell genug einen neuen Partner findet, gibt es so viele Menschen da draussen, die die Freiheit dieser Wahl nichtmal besitzen. Sie vielleicht nichtmal kennen oder erwarten. Oder diese einfach opfern. Selbst dass wir uns verrückt machen können, wieso der süße Typ von gestern noch nicht geantwortet hat, obwohl da doch die blauen Häkchen sind, das ist Luxus. Und obwohl all diese Dinge für uns persönlich ein kleiner Weltzusammenbruch sein können, unser Liebeskummer Seiten und Postkästen füllen kann, ist das glaube ich nicht halb so schlimm, wie jeden Tag neben einem Menschen aufzuwachen, den man nicht liebt, der einen vielleicht nicht versteht oder zu dem man sich kein bisschen hingezogen (oder schlimmeres) fühlt.

(Das alles soll nicht heißen, dass sich nicht auch Pärchen verlieben können, die verheiratet wurden, aus Vernunft oder Tradition geheiratet haben. Ich bin mir sicher, man kann einen Menschen auch lieben lernen wenn man als Fremde geheiratet hat. Ich rede nur gerade von dem Fall, falls das nicht eintritt.)

Ich kann werden, was auch immer ich will und ich kann entscheiden, mit wem ich meine Zeit verbringe. Und das ist eine Sache, die man glaube ich mit keinem Geld der Welt aufwiegen kann.

(English Version)

“We all live on on the cream topping of the cake. Not even that, we are the reflection on the cherry on the cake. And most of us don’t even know how lucky we are to be born here.”

And I am so lucky to be taught by people who say things like that. Things that make me think about everything and inspire me. And inspiration is one of the most precious things for me. And being able to say something like that already is luxury. I am also lucky to be born here, although i tend to forget that sometimes and complain about things. And because we take all that for granted we even forget to think about how different it all could be.

While some people get born into a caste and have almost no chance of leaving it one day, that some kids need to carry around an AK almost as tall as themselves to protect their lives or others need to marry a(n) (older) stranger to pull themselves and their kids through.

I saw an obvious situation like that today and it’s still kinda haunting me. Because while we complain when it gets tough in a relationship or when we can’t find a new partner quick enough there are so many people out there who don’t even have this choice. Who maybe don’t even know or expect it. Or are willing to give it up. Even obsessing about why the cute guy from yesterday didn’t write back yet although you can see the blue ticks is already a privilege.

And even though all these things can mean a small breakdown for us that can fill up blogs or inboxes, i’m sure its not half as bad as waking up ever day next to someone, who we dont love, who doesnt unterstand us or who doesnt attract us even a little bit (or worse).

I can do whatever i want with my life and i can choose who to spend my time with. And thats a thing more precious than all the money in the whole world.

honesty is such a lonely word.

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English (for German version and more pictures, scroll down)

Once again i’m back in this blinde, faceless bulk of people who are all wearing the exact same clothes with those nicely camouflaged and decorated blinders around their naive babyblue eyes. 
And while they at least won’t ask you for money or weed every five minutes in this city, I still miss you dearly, big B.

You may not be prettiest, not the safest and not even the thoughest city, but you are the most honest one after all.

Reality is kicking your ass there blatantly every fucking day,  but at least its without hypocritic velvet gloves. And this is why I am love with you.

Cuz struggling through live like that is still better than swimming and someday drowning in this sea of all the lies people make up here in munich to make themselves feel better. Thats why so many people can’t handle Berlin, cuz you need to face your demons and your real self in this city and most of them are not even remotely ready for that but came here to get dazzled by them shiny disco balls and laser shows.

But i’m not one of them. I just wanna be able to say that I felt the knife at my throat and that I survived, that I still here, that I won this battle over myself.

And for all of this I love you, Berlin.

Deutsch

Bin wieder zurück in dieser gesichtslosen Massen gleichangezogener Menschen mit viel zu zahlreichen, hübsch getarnten Scheuklappen um ihre naiven Kinderaugen. Und hier wird man zwar nicht alle fünf Minuten nach Geld oder Gras gefragt, aber trotzdem fehlst du mir jetzt schon wieder B.

Bist nicht die schönste, nicht die sicherste, nichtmal die härteste, aber dafür ganz bestimmt die ehrlichste Stadt. 

Die Realität hier haut dir jeden Tag zumindest ganz unverhohlen und ohne Samthandschuhe aufs Maul.

Und dafür liebe ich dich. Denn sich so durchzukämpfen ist besser, als in die Lügen, welche die Leute hier leben, einzutauchen und irgendwann darin zu ertrinken, weil man den Boden nicht mehr sieht vor lauter Schönrederei. Deswegen gehen soviele in Berlin kaputt, weil du dich dort viel eher dir selbst und deinen Dämonen stellen musst, und die meisten dafür eigentlich noch gar nicht bereit sind, sondern doch nur ‘n bisschen Party machen wollten. Ich aber nicht. Ich will sagen können, dass ich das Messer an der Brust hatte und jetzt immer noch stehe.

Für all das, und noch viel mehr, liebe ich dich Berlin.

(auch wenn ich dann für immer nur eine weitere Hobbywahlzugezogene bin.)

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Things you cant learn in a classroom

 

Sie senkt den Blick als sie mir erzählt, wie sie einen ganzen Tag lang versucht hat, einen angefahrenen Hund in Belize zu retten, ihr niemand von den tausend Leuten auf der Strasse und sogar die Polizei nicht helfen wollte und ihr nur mit Unverständnis begegnet sind und sie sich schlißelich nicht anders zu helfen wusste, als das arme Tier selbst von seinem Leid zu erlösen. Ich schlage die Hände vor den Mund und kämpfe mit den Tränen. Wir alle wissen, wie es in solchen Städten sein kann, dass dort einfach ein anderer Standard herrscht, egal wie schwer nachvollziehbar dieser für uns auch ist; aber was das in der Realität bedeutet, darüber wollen wir uns meistens gar keine Gedanken machen. Ich verstehe sie, sehe alles was sie erzählt bildlich und hätte mit Sicherheit genauso für das Tier gekämpft. Aber man kann nicht alle retten, schließt sie ihre Erzählung und trifft damit genau einen wunden Punkt. Denn das ist genau so eine tiefliegende Lebensweisheit, die du erst begreifst, wenn du sie in der Praxis erlebst, und dafür müssen wir alle etwas unterschiedliches durchmachen.
Wir sitzen auf Fellen und zwischen Heizstrahlern auf dem Balkon, lachen und weinen und rauchen und erzählen über alles, was wir erlebt haben, während wir getrennt waren. Ihre Geschichten sind dabei etwa tausend Mal so spannend, denn sie hat sich ja auch für den wesentlich bewegteren und risikoreicheren Weg entschieden. Vor sechs Monaten erst haben wir Abschied gefeiert, gesagt, dass wir ganz viel Skypen und schreiben müssen, den Kontakt nicht verlieren dürfen und sie keinesfalls als andere Person wiederkommen darf, obwohl ich damals schon wusste, dass das unmöglich wird. Sie hat sich so gut es geht daran gehalten, hat uns immer wieder Wort- und Bildfetzen ihrer bunten Abenteuer zukommen lassen und auch wenn es mal wochenlang still wurde, weil sie ohne Handy nackt in irgend einem Dschungel herumgerannt ist, haben wir immer an sie gedacht und gehofft, dass es ihr gut geht. Und nun sitzt sie wieder hier neben mir und wir lachen wie früher, obwohl sie doch eigentlich als andere Person wiedergekommen ist. Sie erzählt, wie sie mitten in der Nacht alleine in Mexiko City nach dem Weg gefragt hat, wie sie mit beinahe Fremden in tropischer Natur gezeltet hat und was sie in der Zeit über sich selbst und die Welt gelernt hat. Ich höre ihr beinah erfürchtig zu, mit einer Mischung aus Neid und Entsetzen, Besorgnis und Stolz. Sie redet wie selbstverständlich von Dingen, die ich schon so lange versuche, den Menschen um mich rum einzuprügeln, alles, was sie sagt zeugt von einem so immensen Reifeprozess, dass ich mir sicher bin, es war die richtige Entscheidung zu gehen; denn es gibt Dinge, die kann man einfach nicht aus Büchern lernen. Aber man muss so etwas eben auch zulassen und wollen , sich darauf einlassen und öffnen und nur dann wird einem das alles zuteil. Ich kenne ebenso viele, die ihren Auslandsaufenthalt abgebrochen haben, denen die australische Sonne zu heiß, die mittelamerikanische Armut doch zu deprimierend und das Tomatenpflücken zu anstrengend war. Aber solange Mama und Papa den Rückflug zahlen, hat man daraus zumindest gelernt, dass so etwas einfach nichts für einen ist. Aber sie hat es richtig gemacht, und ich glaube, sie hat alles mitgenommen was man aus so einer Erfahrung lernen kann.

Nur hat alles seinen Preis und seine Schattenseiten. Und ich hoffe sie passt gut auf sich auf, wenn sie durch die Schattenseiten muss und verliert sich nicht darin.

 

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Im so not ready for the Weekend to end yet

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“Drinking Alizé with our cereal for breakfast
 House full of hoes that specialize into hoein”

5 Stempel für 72 Stunden finde ich eigentlich gar nicht so viel. Meine Freunde sind jetzt schon müde, mich hier in der Clubbingszene herumzuführen, und alleine trau ich mich nicht so ganz irgendwie. Ich falle hier auch viel mehr auf, als ich eigentlich dachte. Sollte mir das irgendwie Angst machen? Aber immerhin sind es freundlichere Blicke als daheim in München.  Die Sonne erhebt sich blutrot und majestätisch über Berlin und ich stehe, Schande über mein Tourihaupt, auf dem Rooftop vom Weekend und feier es total. Ist auch wirklich schön, und die ganzen Besucher aus anderen Ländern stimmen mir da auf allen Sprachen zu. Und immerhin haben die hier das fähigste Sicherheitspersonal, das ich je (!) gesehen habe. An der Stelle noch mal ein ganz fettes Dankeschön an den lieben, unbekannten Sicherheitsmann, der sich nicht mit mir fotographieren lassen wollte, und mir trotzdem den Abend gerettet hat! :P

https://soundcloud.com/rene-bourgeois/rene-bourgeois-at-night-umami

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