Party: Wannda Circus Open Air

Wannda Circus Open Air München

Die Gästelisten-Schlange ist natürlich wiedermal doppelt so lange wie die Abendkasse – und dann haben wir uns auch noch an der falschen angestellt, merken das aber erst, als wir ganz vorne sind. Also noch mal genau dasselbe, bis dann der süße, aber doch schon leicht gestresste Typ an der Kasse uns mitteilt, dass wir leider gar nicht draufstehen.
„Immer dasselbe“, murmle ich mit einem schiefen Grinsen und schüttel den Kopf, dann zücke ich das Handy und terrorisiere den Veranstalter mit Anrufen.
Endlich hat der Typ an der Kasse die Anweisung, uns als „Wanndahure“ (Achtung, Wortwitz, das steht nämlich tatsächlich da drauf!) abzustempeln und wir betreten, eine gefühlte halbe Stunde nach unseren Freunden, das Gelände – und erleben eine visuelle Reizüberflutung: Über unseren Köpfen baumeln zahllose Girlanden, Schausteller jonglieren und geben ihre Tricks zum Besten, an jeder Ecke wurden Gegenstände zu Sitzmöglichkeiten umfunktioniert, von Autos und Kutschen über Paletten bis zum Matratzen-Paradies unterm Bollerwagen. Das Zelt ist – dank des guten Wetters – diesmal sogar halb geöffnet und wir werden gleich mit humppa-humppa-tätärää-Musik gemischt mit utz-utz beschallt. An uns vorbei stelzt eine zwei Meter große, blau-metallic-funkelnde Frau und zwinkert uns durch ihre Maske zu. Uns entgegen kommen Besucher, die ihre Drinks aus Kokosnüssen schlürfen, die Schlange vom Essensstand trifft sich jetzt schon fast mit der Kloschlange (welches sich übrigens auf der anderen Seite des Geländes befindet) und wir stehen mittendrin, unfreiwillig vollgeglitzert und lassen die Magie dieser Welt auf uns wirken. Ich meine, es war letztes mal auch schon schön hier, aber diesmal hatte sogar Petrus bock auf Wannda. Wer sich mit seinem Outfit zurückgehalten hat kann sich im kleinen Zelt noch bunt bemalen lassen – um sich der bunten Menge anzupassen.

Das Zelt selbst ist eine riesige Tanzarea – und diesmal haben sie extra den steinigen Boden mit Teppich ausgelegt und um das Podest in der Mitte Holzboden verlegt; viel angenehmer zum Tanzen! An der Decke funkelt eine riesige Discokugel, das WANNDA-Logo blinkt im Takt hinter’m DJ-Pult und die Meute stampft sich die Seele aus dem Leib. Immer wieder werden wir von neuen Schaustellern überrascht, die durch die Gegend Jonglieren, sich von der Decke abseilen oder in Zebra-Kostümen ihre Körper verrenken – wo mach nur hinsieht, überall gibt es was Neues zu entdecken. Auch musikalisch wird auf dieser Veranstaltung einiges geboten, diesmal mit einigen Künstlern aus dem 3000° Ensemble und auch in der Vergangenheit bereits mit namenhaften Künstlern wie Dirty Doering oder Kollektiv Ost.

Die Jungs vom Wannda haben’s tatsächlich geschafft eine ganz eigene, verrückte Welt zu schaffen in der jeder mal aus dem Alltag ausbrechen und Gaukler spielen darf. Das Ganze kommt auch noch der Umwelt zugute: Konfettis sind Kompostierbar, Strohhälme sind aus echtem Stroh und das Hochbeet für mitgebrachte Pflanzen gibt es auch wieder. Ziel ist es, die Co2-Bilanz auf Null zu bringen, indem so viele Bäume gepflanzt werden wie CO2 auf dem Fest verursacht wird.

Einen wunderschönen Abschluss findet unser Abend, als wir entdecken, dass man das Dach des nebenstehenden Parkhauses durch einen Aufzug betreten kann; und so stehen wir am Ende noch zu fünft auf dem Dach und bewundern das Spektakel von oben im Licht des Sonnenuntergangs, bis nur noch stecknadelkopfgrosse Lichter von diesem bunten Farbstrudel übrig bleiben.

Danke für diesen schönen Abend, danke, dass wir kuschelnd in eurer Hängematte unterm Bollerwagen liegen durften, danke fürs Tanzen, danke für alle bunten Erinnerungen und bis zum nächsten Mal!

Angela & Sina

(Wer nicht bis zur nächsten Veranstaltung warten will um sich das Gelände anzusehen kann auch mal beim Nachtflohmarkt vorbeigucken!)

Wannda Circus Open Air München

Wannda Circus Open Air München

Wannda Circus Open Air München

Wannda Circus Open Air München

Wannda Circus Open Air München

Wannda Circus Open Air München

Wannda Circus Open Air München

Wannda Circus Open Air München

Wannda Circus Open Air München

Wannda Circus Open Air München

Wannda Circus Open Air München

Wannda Circus Open Air München

Wannda Circus Open Air München

Wannda Circus Open Air München

Rave Autonomica Olympiapark

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Schon seit gut drei Monaten habe ich mich auf diesen Tag gefreut; endlich der zweite Rave Autonomica dieses Jahr, und endlich wieder auf dem Olympiagelände und genialerweise mit Catz n Dogz und Henrik Schwarz.
Und dann waren wir da, haben Seifenblasen gepustet, sind mit Regenschirm im Niesel herumgesprungen und auf den Sitzsäcken am Rooftop gechillt. Und viel mehr war es eben leider auch nicht. Die Stimmung war leider etwas zu sehr gedrückt, das Gelände unübersichtlich und dadurch an manchen Stellen überfüllt, der Rest dafür wie ausgestorben. Keine liebevolle Deko wie im Kesselhaus, keinen Deut mehr als das Standardprogramm, das wir von München so gewohnt sind. Schade, denn diese Party war bisher die einzige, bei der ich kein meckerndes Wort über den Ticketpreis verloren habe, weil sie bisher einfach immer herausgestochen ist. Es ist immer, was man daraus macht, und wir hatten keinesfalls einen unspaßigen Sonntag, aber es hätte einfach deutlich mehr Potenzial gehabt und ich hoffe, dass die Jungs dieses beim nächsten Mal wieder etwas mehr ausreizen. Selbiges gilt übrigens auch für einige der DJs. Egal, wie wenig ihr Bock habt, euer Set können wir uns auch daheim anhören :(
Und noch ein kleiner Tipp am Rande: Floors schließen und dann nicht mit dem Ansturm klarkommen und Leute nicht rein- bzw. rauslassen (wo ja nur zufällig die Toiletten waren, völlig unwichtig), ist schon ein wenig peinlich. Wir sind hier zwar in München, aber Besucher rausekeln ist dann doch noch eine Spur zu hart.

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Echelon – Why bigger is not always better

Sundown <3Angepriesen wurde es uns als „Bayerns größtes Festival mit elektronischer Musik“, überzeugt hat es mit dem Line up, aber die Umsetzung hat mich leider einfach nur enttäuscht und verärgert. Vom Stau schon lange vor dem Festival, unfreundlichen Parkplatzeinweisern und dem massiven AnstehPULK an Leuten vor dem Eingang, in dem wir gut 45 Minuten in der prallen Sonne ohne Möglichkeit auf Getränke oder Schatten aushaaren mussten – das Echelon Festival war leider durch und durch geprägt von unzureichender Organisation und fehlendem Verantwortungsbewusstsein. Noch bevor wir das Gelände überhaupt betreten konnten, sind einige Wartende dank der Hitze bereits kolabiert – als Grund hierfür stellte sich später die überzogen strenge Ausweiskontrolle bei JEDEM Besucher heraus – ist schon absolut notwendig und verständlich, selbst bei ü25 jährigen den Ausweis sehen zu wollen ;) Das Gelände selbst ist unübersichtlich, überfüllt und zugemüllt, und das schon nach einigen Stunden nach Beginn. Für Getränke steht man locker 30 Minuten an, fließend Wasser gibts nicht ausser aus einer Sprenkleranlage(wo man natürlich nicht die Miniflasche Wasser für 3 + 2 Euro drunter halten kann, wär ja zuviel erwartet bei 50 Euro Abendkasseticketpreis). Die Floors wie immer zu nah zusammen, sodass man schön beide Beats im Ohr hat und dass, obwohl genug Platz gewesen wäre – wären da nicht die 25.000 Besucher und damit mindestens 5000 zuviel gewesen. Dank fehlender Parkplatzbeleuchtung war das Auto-wiederfinden am Ende der Veranstaltung eine wahre Freude, die Freunde, die sich auf die öffentlichen und den Shuttleservice verlassen haben können allerdings noch schlimmere Storys auftischen. Besonders cool war auch das zusammengebrochene Handynetz (keine Anrufe, keine Smsen), und die daraus resultierende Isolation von allen Freunden, sobald man sich mal eine Sekunde umgedreht hat! Das ist einfach nur peinlich und unverantwortlich, sorry. Wer mit dem selbst verursachten Ansturm nicht klarkommt, und es trotz Geldgier eingeht, darf von solch schweren Vorwürfen nicht überrascht sein. Mehr Zeit und Blogplatz möchte ich diesem Event gar nicht mehr widmen, hier noch eine kurze Zusammenfassung in Bildern und abschließend sei gesagt: Ich hatte trotzdem meinen Spaß, gute Musik, schönen Sonnenuntergang, ich wäre allerdings nie für den AK Preis hingegangen und werde auch in Zukunft dieser Veranstaltung keinen Cent mehr zukommen lassen. Cheers!
  PS: Extrawelt hats so gerettet <3

Extrawelt = i'm blue...Frenny und ich :)Katermucke fürs KätzchenTil the sun goes down..

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We create our own hells

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Es ist Sonntag, drei Uhr nachts und ich bin seit Donnerstag am feiern. Laufe mit Streetwalker in den Ohren die dunkle Straße entlang, dem Fernsehturm immer entgegen. Berlin ist anders. Mächtig war da schon eine ganz gute Wortewahl, denn es ist wirklich mächtig dreckig, laut, tosend, einnehmend, und auch aggressiv. Ich weiche ängstlich einem stark blutenden Mann aus, der auf mich zutorkelt. Ich möchte ihm erschrocken helfen, als ich die eitrigen Einstichslöcher sehe. Meine rosa Zuckerwatte-Seifenblasen-Welt spielt schnell die Einhornwerbepause ein und ich verstehe langsam, wieso München die sicherste Stadt ist. Aber selbst da bin ich beschädigt worden, was ist das also noch wert? Wahrscheinlich sind die Wunden dort einfach nur anderer Natur.
Trotzdem habe ich Angst, hierherzukommen. Deshalb die Probewochen, deshalb alleine durch die Gegend stapfen, sehen, wie die Realität hier schmeckt und, ob ich es alleine schaffen kann. Denn in dieser Stadt ist man oft allein, egal wieviele Leute um einen rum sind. München ist familiärer.
Ein Dorf, sage ich immer gerne spöttisch. Das heißt, du kannst alleine weggehen und triffst zehn Freunde. Aber auch, dass der süße Typ, mit dem du rummachst, wahrscheinlich über zwei Ecken deinen Exfreund kennt, oder der grosse Bruder deiner Erzfeindin ist. In Berlin kannst du unerkannt bleiben, untertauchen, dich verstecken, neu anfangen. Oder aber verloren gehen, und so schnell nicht mehr gefunden werden. Gesellschaftlich-soziales Glatteis inmitten des Minenfeldes Trial and Error; Erfahrung ist doch sowieso fast immer eine Parodie auf die eigentliche Idee. Also fang mal an, mich zu amüsieren, Berlin.

ENGLISH

It‘s sunday, three oclock in the mornin and i‘ve been partying since thursday without a break. Running past the dark streets while listening to street walker, always towards Berlins tv tower.
Berlin is different. Mighty seems like a good choice of words, since it is so mighty dirty, loud, all-consuming and so aggressive. I‘m evading a bleeding, staggering man. I‘m shocked and want to help him, when i see the sanious wounds in his arm. My pink soap bubble world immediatly starts distracting me with selfproduced unicorn advertisment and i begin to realize why munich is known to be one of the safest cities.
But even there i got damaged, so what is that still worth? I guess it’s just different kind of traumas.
I‘m still afraid to come here. That‘s why i came here to see it for myself, to try my new life and to see if i can make it by myself. Because in Berlin you are on your own, no matter how many people are around you. Munich is familial. Just a big village, how i like to call it.
That means, you can go partying all by yourself and meet ten friends, but aswell, that the cute guy you are making out with, could very well know your ex bf or be your arch enemies big brother.
Berlin gives you anonymity. You can go into hiding, begin a new life. Or get lost and never get found again. Cultural-sozial black ice among the minefield of trial and error. And i feel already frozen.

Utopia Island

(Quelle: http://www.facebook.com/utopiaisland)

Hinter mir liegen zwei aufregende, laute, bewegte, und vor allem SCHLAMMdurchtränkte Tage auf der schönen Insel Utopia, in Moosburg an der Isar.
Bei dem hammer Lineup (Aoki, Digitalism, Kröcher, Extrawelt, Eulberg, Brodinski <3 uvm) war der Ticketpreis erstmals auch gerechtfertigt und als Nachfolger von Havana Nights waren wir sowieso schon gespannt, was uns im Outback Münchens diesmal erwarten wird. Die Location dieses Mal war leider noch etwas komplizierter zu erreichen; Shuttle Service gab es dooferweise nur von Moosburg aus und die Taxiunternehmen waren unglücklicherweise auch nicht für den Ansturm an Menschen gewappnet; dorthin durchgekämpft lief alles allerdings ganz gut, nach der üblichen Tyrannerei durch missmutige Securities ging es dann auf das liebevoll gestaltete Festivalgelände, querbeet durch alle Fress- und Alkoholstände, wo es überall coole Extras und Gadgets gab (trag meinen blinkenden Silikondesperados Ring noch heute hihi), mit stampfigem Techno aus dem Zirkuszelt, in die Deep/Techhouselastige Sea Side- oder zur großen Mainstage.

(Quelle: http://www.facebook.com/utopiaisland)

Die Stimmung konnte nichtmal vom kurzzeitigen Regen getrübt werden, am ersten Tag hat das Team hier auch wirklich superschnell reagiert und Holzspäne sowie -platten ausgelegt, um uns den Durchgang durchs Matschfeld zu erleichtern. Schade war nur, dass die Party ihr viel zu frühes Ende um 3 Uhr Nachts finden musst, und man dann auch enorme Probleme hatte, irgendwie heim zu kommen (Taxis schwer erreichbar, kein Shuttle oder Zug mehr nach Landshut,etc)
Hier hätten sich mit Sicherheit einige Nachwuchsdjs über die Chance gefreut, mit reduziertem Publikum noch weiter zu feiern oder den Abend ausklingen zu lassen!
Auch die Personalauswahl im Securitybereich würde ich nächstes Mal überdenken, das hätte den ein oder anderen Konflikt definitv vermieden und zur Wohlfühlatmosphäre beigetragen ;)

Die übliche Instagramfotozusammenfassung von Frenny und mir:

Ach und hier noch der wohl beste Partyaftermovie, den ich je gesehen habe… Gänstehaut pur! ;)

[vimeo http://vimeo.com/70617815]

Greenfields

 Image

Trotz südtropischer 30°C Hitzewellen sind wir heute Richtung Galopprennbahn getrabt um uns an den technoiden akustischen Ergüssen von Seth Trexler, Loco Dice, DJ Hell und natürlich Onkel Väth zu erfreuen. Schon auf Höhe vom Ostbahnhof wurde klar, dass unsere Spießerhauptstadt es sich natürlich nicht nehmen hat lassen, das halbe Polizeiaufgebot Münchens an den Bahnhof Riem zu schicken, aber ein, zwei Sbahnen mehr Richtung Erding, damit wir in ebenjener nicht aneinanderkleben mussten, natürlich zuviel verlangt sind. Die Masse drängt Richtung Eingang, die 30 Euro Tickets werden uns aus der Hand gerissen und als Gegenleistung gibt es weder Tintensymbol noch Papierbändchen, sondern nur ein müdes Nicken Richtung „Kein Wiedereinlass“-Schild – klar, bei dem Ticketpreis können wir das natürlich auch nicht erwarten, und auf dem Festivalgelände ist ja auch so guter Handy- und 3g-Empfang, dass es total abwegig ist, kurz nach draussen zum Kommunizieren zu gehen. Die Hälfte der Stände hat auch noch nicht offen (Hey, das Festival läuft erst knapp 3 Stunden, (Achtung, mein persönlicher Un-satz 2013:) „Chill mal!“), dafür kann man sich ja preisgünstige Erfrischung a la 0,33er Bier für 4,50 plus schlappe 2 Euro Pfand bei den total überforderten Bedienungen holen oder in der prallen Sonne brutzeln, denn Schatten in Musikhörweite war nur den VIPs vergönnt.

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=3ZzNltadCKc&w=420&h=315]

Pan Pot <3

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Das Aufgebot an Essensständen ist zwar kreativ (Schokofrüchte, gebrannte Mandeln, Aus‘zogene (Überbleibsel oder Testrun für die Wiesn?), aber an deftigen Gerichten eher beschränkt (Ikea-lookalike-Hotdogs für 4 Euro oder Handtellergroße Schalen Curry für 5 Euro, ab fünf Uhr kam dann noch ein Stand mit Bratwürsten hinzu).
Schade war, dass ohne eine Art von Erklärung mein persönlicher Fave Seth Troxler
ausgefallen ist und, dass der Timetable auch nicht vorher auf Facebook o.ä. veröffentlicht wurde – so hätte man den eigenen Aufenthalt dort vielleicht besser timen können und man hätte die vielen Kreislaufkollapse und Dehydrierungen noch vor dem Feuerwerk vermeiden können.
Alles in allem war es trotzdem ein schöner Tag mit guter Musik, ich hätte mir für den Ticketpreis einfach etwas mehr durchdachte Organisation und Mühe gewünscht, entgegen dem Klischee, dass alle guten Events schlechter werden, umso angesagter sie sind.